Geschrieben von Flominator in
Reallife/Freizeit, Studium/Job
Samstag, 3. Mai 2008
Die zweite Session, die ich während des BarCamp Offenburg besuchte, sollte die Frage klären, was die Einführung von Werkzeugen aus dem bisher größtenteils privat genutzten Web-2.0-Bereich in Unternehmen bewirken könnte. Gehalten wurde die Session von Kai Nehm, viele hilfreiche Beiträge stammten allerdings auch von Tobias Glawe und Oliver Gassner, der am Schluss ebenfalls zu uns gestoßen war. Weitere interessierte Zuhörer waren Steffi von Burda und ThomasG von der Uni Karlsruhe.
Das Problem
- 90% (Quelle?) der eingehenden E-Mails sind Spam (wer ihn noch nicht kennt, sollte sich unbedingt den Sketch ansehen, der dem Phänomen seinen Namen gab)
- 30% der restlichen 10% (Quelle?) sind irrelevant, aber gewollt versandt (Newsletter, Benachrichtigungen, ...)
- im privaten Bereich geht diese Zahl eher gegen 70%
- E-Mail-Programme im Büro rufen permanent E-Mails ab und benachrichtigen einen meist über neue E-Mails
- Spiegel-Artikel über Studie von Gloria Mark: E-Mails verursachen Stress und reißen den Arbeitenden aus seiner Tätigkeit heraus
- Großteil der Kommunikation in Projekten läuft über E-Mail
- E-Mail ist nicht mehr, als Versand einer Textdatei von A nach B (ginge auch über Netzlaufwerk)
- Grund für Erfolg von E-Mail, sind diese drei Schaltflächen:

- "Allen antworten" ist die Möglichkeit, in zwei Sekunden eine soziale Gruppe anzulegen
- Will sich jemand äußern, antwortet er auf irgendeine E-Mail, in der Regel mit TOFU (Vollzitat der vorhergehenden E-Mail)
- Thread-Ansicht in E-Mail-Programmen ist vielen nicht bekannt und durch o.g. willkürliche Antworten nicht funktionstauglich
- Laut Kai beherrscht jedes E-Mailprogramm die Thread-Ansicht (Lotus Notus, Outlook, Thunderbird, ...). Da muss ich doch gleich mal im Betrieb nach Novel's GroupWise schauen.
- Lotus-Notes versucht, Ähnliches automatisiert zu realisieren.
Lösungsansatz: Foren
- großer Vorteil: jedes Forum hat ein klares Thema
Lösungsansatz: Wikis
- Spaßmails sind gutes Mittel, Leute mit Wikis in Kontakt zu bringen: Weiterleiten von Spaßmails verbieten und dafür diese Inhalte im Wiki speichern.
- Enorme Platzersparnis: sonst landet Mail (mit Anhang, 2 MB) im Posteingang des ersten Empfängers, dieser leitet Mail weiter und erzeugt damit gleich mal eine Kopie im Postausgang/Gesendete Objekte usw. Diese Datenmenge fließt in jedes Backup, wird täglich, wöchentlich und monatlich gesichert und erzeugt Kosten:

- Lotus-Notes will in nächster Version doppelte Anhänge erkennen und nur einmal zentral speichern, aber wer hat schon Lotus Notes ...
- Kai berichtete weiter von einem Unternehmen, dass es zwar nicht geschafft hat, seine Besprechungen im Wiki zu dokumentieren, aber das Protokoll, wer wann welchen Witz während eines Meetings gerissen hat.
- Ebenfalls ein gutes Mittel zum Anfixen sind bewusst und offensichtlich falsche Inhalte, damit die Leute ermutigt werden, Dinge zu ändern.
- Speiseplan ins Wiki und sonst nirgendwohin
- Telefonverzeichnis im Wiki, Papiervarianten verbrennen
- Anhänge für internen Mailverkehr deaktivieren
- Nachteil: Leute haben oft das Gefühl, sie schreiben ihr Wissen ins Wiki und damit ist ihr Beitrag weg und sie unnötig (vgl. Blogs)
- Erweiterungen der Wiki-Software können dazu beitragen, den Fokus mehr auf die Beitragenden zu lenken: Beispiele für MediaWiki: MindXUniversity und Social-Profile-Extension.
- Reaktion auf Artikel erfolgt entweder im Artikel oder in separatem Diskussionsbereich.
- Diskussionsbereich bei DokuWiki unter dem Artikel, bei MediaWiki leicht versteckt über separate Diskussionsseite:

- Feststellung: Kein Mensch kennt Diskussionsseiten bei Wikipedia. Gefundener Lösungsansatz für Unternehmenswikis: Erweiterung schreiben, die Diskussionsseite unter den Artikel klatscht.
Lösungsansatz: Blogs
- kein Einstieg über Fragen, sondern zeigen, was einen gerade beschäftigt
- Blog gehört dem Mitarbeiter - Chefs sehen, was ER gerade dem Unternehmen nutzt; .
- Reaktionen sind sowohl über Kommentare, als auch über Trackbacks möglich: technisch komplexer als Wikis, Zitierkultur muss gefördert werden
- Guter Ansatz: Community-Blog von CoreMedia.
- Community-Blog bieten die Möglichkeit, auf der eigenen Seite auf Beiträge anderer zu reagieren (siehe Beispiel von Kai). Beiträge werden zusätzlich auf einer Übersichsseite gesammelt.
- mehrere Installationen von WordPress über WordPress µ realisierbar.
- Offener Zugriff für alle umsetzbar, außer in kritischen Fällen: 1. Entwickler brainstormen, während der Vertrieb das fertige Produkt bereits dem Kunden anbietet. 2. Personal- und Quartalszahlen
- ein großes Wiki birgt die Gefahr, der unterschiedlichen Begriffsdefinitionen. Beispielsweise erzählte Kai von einem Wiki, in dem es sehr schnell n Definitionen gab, wie genau der Markt Europa auszusehen hat.
Lösungsansatz: del.icio.us
Lösungsansatz: Twitter
- leider während der Session auch nicht besprochen, aber dafür in einem früheren Eintrag grob umrissen
Lösungsansatz: Vermischtes
- Drupal: Community-Blogs (heißen die wirklich auch so?): jeder der angemeldest ist, erhält eigenen Blog und Zugriff auf Wiki und Foren
- IBM betreibt/vertreibt eigenes Social Network und hat im Unternehmen 150.000 Pageviews und 6 Mio. Suchanfragen pro Woche (Quelle?)
Fazit (mit Oliver)
- Tools für Kommunikation müssen ausgewählt werden - E-Mail ist nicht die Universallösung für alle Zwecke, Wikis sind es aber auch nicht
- der Einzelne muss sich auf SEINE Arbeit konzentrieren können
- Grundfrage. Welchen Kommunikationskanal für welchen Zweck nutzen?
- Grundfrage: Wie Tools so wertvoll machen, dass andere sie nutzen? (vgl. Wikis)
- Mitarbeiter suchen sich ihre Tools selbst
- Mein Fazit: Sehr hilfreiche Session, aus der ich bereits einige Anregungen für meine Diplomarbeit ziehen konnte.
Offtopic
- FriendFeed ist ein Unternehmen ehemaliger Google-Mitarbeiter, das RSS-Feeds aus unzähligen Quellen konzentriert auf eine Person aggregiert.
- Seitwert ist ein Tool, um den fiktiven Wert einer Domain zu bestimmen (bereits vor der Session von Roger bekommen, aber bisher nicht gepostet gehabt)
- Online-Verzeichnisse um Mitarbeiter mit bestimmtem Fachwissen zu finden, die bei Unternehmen mit Blau als Firmenfarbe (IBM, ...) geführt werden, heißen Blue Pages (in Anspielung auf die Gelben Seiten).
Offene Fragen
- Ist Ham wirklich der unnütze Anteil der Nicht-Spam-E-Mails? Hier steht das anders ...
- Wird das Fraport-Wiki wirklich redaktionell geprüft? Die Pressemitteilung stellt das nicht so dar ... Update: Dafür aber Tobias
- Wer dachte über ein komplett offenes Unternehmenswiki nach, in dem sogar Bewerbungen öffentlich diskutiert werden können?
- Habe ich etwas vergessen oder falsch dargestellt? Bitte meckern!
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Nun will ich doch endlich einmal erzählen, warum hier in den letzten beiden Monaten weniger geschrieben wurde, als davor. Ein Grund dafür mag sicherlich meine Diplomarbeit bzw. die anstehenden Diplomprüfungen im August und September sein. Aber es gibt noc
Aufgenommen: Jul 16, 20:02